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Wie die USA Europa kauften

    Von Fabio Alemagn – 17. September 2026.

    Netzfund: https://www.pressenza.com/de/2026/09/wie-die-usa-europa-kauften/

    Das hat nicht Putin gesagt. Das hat nicht Russia Today geschrieben. Es stammt auch nicht aus einem anonymen Dokument, das auf Telegram veröffentlicht wurde.

    Das hat Lawrence B. Wilkerson gesagt, ein pensionierter Oberst der US-Armee, in der er 31 Jahre lang gedient hat, und Stabschef von Colin Powell von 2002 bis 2005, als Powell Außenminister in der Regierung von George W. Bush war ¹ ².

    Wilkerson war auch an der Vorbereitung der berüchtigten Präsentation beteiligt, mit der Powell vor den Vereinten Nationen die Existenz der nicht vorhandenen irakischen Massenvernichtungswaffen behauptete.

    Kurz gesagt: kein Außenstehender, sondern jemand, der mitten im politischen und militärischen Apparat der USA gesteckt hat.

    Am 19. August 2026 erzählte Wilkerson in einem Interview mit dem norwegischen Professor Glenn Diesen, was die USA in Europa getan hätten – mithilfe der CIA in Zusammenarbeit mit dem britischen MI6 und zumindest teilweise auch mit dem Mossad³ ⁴

    Lasst uns seine Worte der Reihe nach lesen, denn gerade die Reihenfolge macht das Ausmaß dieser Aussage deutlich:

    „Ich war dabei“

    „Wir haben Chefredaktor:innen von Zeitungen, Spitzenkräfte von Gewerkschaften und Parlamentiarier:innen gekauft.“

    „Wir haben zwei Generalsekretäre gekauft: Jens Stoltenberg und Mark Rutte“

    „Wir haben ganze Länder gekauft“

    Die Zitate wurden aus dem Englischen übersetzt. Das Video und die vollständige Abschrift finden sich in den Quellenangaben.

    NICHT NUR EINFLUSS

    Wilkerson redet nicht allgemein von Soft Power, diplomatischen Beziehungen oder normalem Einfluss unter Verbündeten.

    Er benutzt immer wieder das Verb kaufen.

    Er behauptet, dass vor allem seit 2002 der CIA und anderen Organisationen Milliarden Dollar zur Verfügung gestellt worden seien.

    Er nennt USAID als eines der eingesetzten Instrumente und beschreibt eine Strategie, durch welche die liberale Demokratie zu einer politischen Waffe gemacht worden sei.

    Seiner Darstellung nach hätten sich die Vereinigten Staaten nicht darauf beschränkt, gelegentlich Einfluss auf bestimmte europäische Entscheidungen zu nehmen. Sie hätten systematisch daran gearbeitet, die Führungsklasse, die politischen Apparate und das europäische Nachrichtenumfeld selbst zu formen.

    Das Ergebnis sei, so Wilkerson, das politische Europa, das wir heute sehen: ein bewusstes Konstrukt, das geduldig aufgebaut wurde. Und dessen Ziel sei gewesen, den Kontinent selbstständig Führungskräfte hervorbringen zu lassen, die bereit waren, der US-Außenpolitik zu folgen.

    STOLTENBERG UND RUTTE

    Wilkerson behauptet, den Prozess, durch den Jens Stoltenberg als besonders nützliche Figur für die Interessen der USA identifiziert wurde, aus nächster Nähe beobachtet zu haben.

    Er berichtet, dass Washington sein Verhalten in der norwegischen Regierung beobachtet und ihn als formbar und empfänglich für die amerikanische Botschaft eingeschätzt habe. Stoltenberg sei daher als Dreh- und Angelpunkt genutzt worden, um den Einfluss der USA auf andere europäische Regierungen auszuweiten.

    Als politische Belohnung sei ihm angeblich die Leitung der NATO in Aussicht gestellt worden – ein Amt, das Stoltenberg dann tatsächlich von 2014 bis 2024 bekleidete.

    Wilkerson bezieht in denselben Vorwurf auch Mark Rutte mit ein, den ehemaligen Ministerpräsidenten der Niederlande und Stoltenbergs Nachfolger an der Spitze der NATO.

    Es geht also nicht nur um eine allgemeine Unterordnung Europas. Es werden Namen, institutionelle Rollen und eine Methode genannt: Politiker zu finden, die sich eignen und mitspielen; deren Karriere zu begleiten und sie in Positionen zu bringen, von denen aus sie den gesamten Kontinent lenken können.

    EINE GESCHICHTE, DIE NICHT HEUTE BEGINNT

    Die Einmischung der USA in die europäische Politik und Berichterstattung ist keine Theorie, die erst mit dem Internet entstanden ist, sondern eine historische Tatsache, die sogar in amerikanischen Archiven dokumentiert ist.

    Ein Bericht, der vom Office of the Historian des US-Außenministeriums aufbewahrt wird, beschreibt ganz klar die Ziele der verdeckten Propaganda der CIA in der sogenannten freien Welt: Neutralismus zu bekämpfen und die Interessen sowie die politischen Vorstellungen der Vereinigten Staaten zu fördern.⁵

    In dem Dokument wird außerdem erklärt, dass etwa zwei Drittel der insgesamt für die US-amerikanischen Informations- und Propagandaaktivitäten vorgesehenen Mittel in Westeuropa ausgegeben wurden. Es wird auch empfohlen, dass – sofern eine Zuordnung zu den Vereinigten Staaten nicht vorteilhaft sei – die Herkunft des Materials verschleiert und dessen Produktion nicht-amerikanischem Personal anvertraut werden solle.

    Weitere freigegebene Dokumente belegen, dass die CIA im Nachkriegsdeutschland schwarze Propaganda betrieben hat, einschließlich der Herstellung und Verbreitung gefälschter Publikationen.⁶

    Diese Methode gab es also schon damals. Sie war organisiert, finanziert und galt als ganz normaler Bestandteil der US-Außenpolitik.

    Wilkerson behauptet, dass diese Methode nicht mit dem Kalten Krieg verschwunden sei, sondern aktualisiert, neu finanziert und auf die Heranbildung der heutigen europäischen Politikerklasse angewendet worden sei.

    Weiterlesen: https://www.pressenza.com/de/2026/09/wie-die-usa-europa-kauften/

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