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Die versteckten Arbeitskräfte hinter der KI erzählen ihre Geschichten

    Von Ingo Dachwitz – 8. Juli 2024.

    Netzfund: https://netzpolitik.org/2024/data-workers-inquiry-die-versteckten-arbeitskraefte-hinter-der-ki-erzaehlen-ihre-geschichten/

    Ohne Millionen Datenarbeiterinnen und Datenarbeiter würden weder sogenannte Künstliche Intelligenz noch Content-Moderation funktionieren. In einem neuen Projekt erzählen sie ihre Geschichten: von Plattformarbeiterinnen und -mitarbeitern in Venezuela und Syrien über Angestellte von Outsourcing-Firmen in Kenia bis zu Content-Moderatorinnen und -Moderatoren in Deutschland.

    Heute startet die Initiative „Data Workers‘ Inquiry“, zu deutsch etwa: Datenarbeiterinnen- und Datenarbeiter-Befragung. In dem gemeinsamen Projekt vom Weizenbaum Institut, der Technischen Universität Berlin und dem Distributed AI Research Lab berichten Arbeitskräfte, die hinter sogenannter Künstlicher Intelligenz und Content Moderation stecken, von ihrer Arbeits- und Lebenswelt. Die Berichte umfassen Texte, Videos, Podcasts sowie Comics und Zines.

    Wir haben Mit-Initiatorin Milagros Miceli gefragt, was sich aus den Befragungen lernen lässt. Miceli ist Soziologin und Informatikerin. Sie leitet ein Team am Berliner Weizenbaum-Institut und forscht seit Jahren zur Arbeit hinter KI-Systemen, unter anderem zur Datenannotation. So nennt man es, wenn Menschen Datensätze sichten, sortieren und mit Etiketten versehen, damit Maschinen sie verstehen. Bevor zum Beispiel eine Bilderkennung das Foto einer Katze erkennen kann, müssen Menschen reihenweise Bilder mit Katzen kennzeichnen. Mit solchen Datensätzen lassen sich dann KI-Systeme trainieren.

    „Die Datenarbeiterinnen und Datenarbeiter werden wie Wegwerfartikel behandelt“

    netzpolitik.org: Was machen Datenarbeiterinnen und Datenarbeiter eigentlich und welche Bedeutung haben sie für das Funktionieren der digitalen Welt?

    Milagros Miceli: Datenarbeiterinnen und Datenarbeiter sind unverzichtbar für die Entwicklung und Wartung der beliebtesten Plattformen und Systeme, die wir nutzen. Es gibt keine KI ohne die Arbeit, die in die Datensammlung, -bereinigung und -kommentierung fließt, und ohne algorithmische Überprüfung. Ohne die kontinuierliche Arbeit von Inhaltsmoderatorinnen und -moderatoren, die Social-Media-Plattformen, aber auch Suchmaschinen und Tools wie ChatGPT nutzbar machen, wären wir nicht in der Lage, diese Systeme zu nutzen, ohne ernsthafte psychologische Schäden davonzutragen: Würden wir ChatGPT noch einsetzen, wenn alle Antworten mit Beleidigungen gespickt wären? Wären wir noch in den sozialen Medien unterwegs, wenn wir regelmäßig auf Gewaltdarstellungen stoßen würden?

    Weiterlesen: https://netzpolitik.org/2024/data-workers-inquiry-die-versteckten-arbeitskraefte-hinter-der-ki-erzaehlen-ihre-geschichten/

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