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Neulich vorm Spiegel

    Von Corinna Laude.

    Wenn ich in einen Spiegel sehe, dann erblicke ich mich manchmal hochrot, also zutiefst beschämt, doch immer konnte ich meinen Anblick ertragen, wenn auch manchmal nur grad so.

    Ich habe gelogen, zum Beispiel als Kind ein paar Mal meine Eltern an; ich habe betrogen, unwissentlich das Finanzamt (und im Jahr darauf alles nachgezahlt; es belief sich auf etwa 80 D-Mark); und ich habe unzählige Male Falsches als Wahres behauptet, zum Beispiel, dass morgen schönes Wetter werden würde oder dass Sigune in Wolframs Parzival-Roman selbstbestimmt stürbe oder dass man Fluss mit ß schreibe.

    Immer konnte ich mich dort, wo das Falsche wirklich falsch war, korrigieren, und dort, wo es weder falsch noch richtig gibt, ich aber etwas als richtig oder falsch behauptet hatte, darauf hinweisen, dass es so einfach nicht ist.

    Vor Studierenden, vor Deutsch-Lernenden – meinen Kristall-Spiegeln – einzugestehen, dass ich einen Fehler gemacht hatte, war nicht angenehm (und ist es bis heute nicht), aber es war und ist notwendig, unabdingbar – ja: buchstäblich alternativlos, wenn es um die menschliche Existenz geht!

    Denn Menschen machen Fehler.

    Und sie müssen imstande sein, sie zuzugeben.

    Nicht allein, damit sie sich selbst noch im Spiegel ansehen können. Sondern vor allem, damit die Fehler korrigiert werden können und die Menschen ihr Leben nicht auf Fehlern gründen, (über denen immer alles irgendwann zusammenstürzt).

    Neulich aber, da erschauerte ich vor dem Spiegel: Über mein Gesicht schoben sich in langsamer Folge verschiedene andere Gesichter. Voller Schrecken sah ich:

    Giffey, die Betrügerische Bürgermeisterin von Berlin. Sie hat gelogen und betrogen (in einem Punkt, der mich als ehemalige Wissenschaftlerin besonders ekelt). Giffey musste deshalb ihr Bundesministeramt aufgeben, ist danach zur Wahl in Berlin angetreten, ihre Partei ist von einer vielleicht ausreichenden Winz-Minderheit des Wahlvolks gewählt worden – ganz klar ist das aktuell immer noch nicht angesichts der Chaoswahl, gegen die bekanntlich mehrere Beschwerden vor dem Landesverfassungsgericht anhängig sind – und Giffey wurde Betrügerische Bürgermeistern von Berlin.

    Nun aber zuckte sie als Gif über mein Gesicht im Spiegel.

    Gefolgt von Scholz, der „kahlen Kanzlerin“ (© bei und Dank an Sven Böttcher). Er hat gelogen und betrogen (schon als Hamburger Bürgermeister, dann als bundesrepublikanischer Innenminister, und ist nun deshalb endlich verklagt worden). Auch Scholz – nein: seine Partei wurde bei der letzten Bundestagswahl von einer „winzigen“ Wählerschaft gewählt, von etwa so vielen Menschen, wie es nun Ungespritzte in der BRD gibt (etwa 17 Mio.), und Scholz bezeichnet letztere als „winzige Minderheit der Hasserfüllten“, bildet sich ein, dass sein Miniwählergrüppchen mehr zähle und irgend besser sei.

    Nun aber waberte er als Grinsekatze vor meinem Gesicht im Spiegel.

    Gefolgt von der gesamten sogenannten Führungsspitze der Grünen. Sie hat gelogen und betrogen, wo es nur ging (bei Lebensläufen, bei Steuererklärungen, bei Wahlversprechen und bei handfester Politik), und sitzt nun mit feisten Händchen wedelnd in Fernsehstudios oder sich dauerverhaspelnd auf Pressekonferenzen und lügt nicht nur, dass sich die Balken der Welt biegen, sondern hetzt auch auf zu Hass und Krieg, dass die Welt selbst in Brand geraten ist.

    Nun aber rempelten sie als Totentanz durch mein Gesicht im Spiegel.

    All diese Gesichter schoben sich also neulich über meins da im Spiegel. Und es war schrecklich, aber nicht das Schlimmste. – Das Schlimmste war, dass ein jedes Mal irgendwann der Spiegel barst, um sich dann erneut zusammenzusetzen für das nächste Gesicht. Und als der Reigen an sein Ende gekommen war, begann er von neuem.

    Schließlich habe ich alle Spiegel in meinem Hause verhängt: Wir haben den Tod jeglicher Wahrheit zu beklagen.

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